„Kunst entsteht nur, wenn sich Leidenschaft, kritisches Denken und eine permanente  Auseinandersetzung mit unserer Wahrnehmung verbinden kann. Ein fotografisches Abbild einer Stadtlandschaft kann noch so beglückend und anziehend wirken, es zeigt immer nur eine Kulisse der Einzigartigkeit. Um die Geheimnisse einer Stadt zu ergründen, muss man viele Kilometer gehend durch Straßen und Gassen streifen, auf Türme steigen, über Brücken schreiten oder Hinterhöfe betreten und mit offenen Augen alle sichtbaren Zeichen in sich einsaugen.
Um die Geschichte einer Stadt mit ihren Geschichten zu verstehen, muss man viel Geduld haben. Man muss warten können und bereit sein, zu lernen, um auch gedanklich in die Vergangenheit eintauchen zu können. Ein ganzheitliches illustratives Porträt einer Stadt gelingt nur, wenn man den Mut hat, zu dekonstruieren und die Eigenheiten der Epochen mit all ihren Glanzlichtern und Verwerfungen neu zu ordnen. Gelingt es, kommt man der Seele der lebendig gewordenen Steine sehr nahe.“

Wolfgang Neisser

1949 in Gummersbach geboren. Grafic-Design-Studium in Wuppertal und Studium der Kunstgeschichte an der TU-Berlin. Selbständiger Grafic-Designer sowie Art- und Creative-Director in unterschiedlichen Werbeagenturen in Deutschland und der Schweiz. ADC-Auszeichnung als Art Director in Bronze und Silber. Arbeitet seit 1999 als freier Künstler, Fotograf, Autor und „PhotoComposer“. Wohnhaft in Köln, wenn nicht gerade europaweit mit der Kamera unterwegs.

Auswahl von Ausstellungen im In- und Ausland

  • 2020/2021 Bettina Mauel & Wolfgang Neisser – Kontrapost, Partout® Kunstkabinett
  • seit 2019 vertreten im Partout® Kunstkabinett
  • seit 2003 Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Köln und Bonn

„Stadtge(h)schichten“ und „Zeitge(h)schichten“ sind nur zwei der aktuellen Projekte, an denen Wolfgang Neisser mit Akribie und Empathie arbeitet. Seit Jahren erliest, erwandert, erlebt Wolfgang Neisser europäische Metropolen – und er fotografiert sie digital bis in den letzten Winkel. Mit seiner reichen und vielseitigen Ausbeute setzt sich der Künstler in Köln an seinen Computer und sichtet die Bilder. Nun fließen sein Wissen über Geschichte, Kultur, Politik, Charakteristisches und zufällig Entdecktes der wochenlang durchstreiften Stadt zusammen, überlagern sich und werden ähnlich einem „Wimmelbild“ zu einer digitalen Komposition miteinander verknüpft.

„Collposing“ nennt der sprachgewandte Künstler seine Bilder und seine künstlerische Arbeit in eigener Wortkreation. Bis zu 200 diaphane Bildschichten überlagern sich. Wolfgang Neisser schneidet Motive aus seinen Bilddateien aus, setzt sie neu neben- und übereinander. Alle Details werden verzerrt, verfremdet und teilweise umgefärbt. Ebenso fügt er figurative Zeichnungen und typografische Elemente ein. Gesehenes und Wissen finden in Bildkompositionen zueinander, die Geist, Witz, Seele und Ästhetik haben.

Wolfgang Neissers Kunst ist das Intelligenteste, Individuellste und im wahrsten Sinne Kunstvollste, was es derzeit auf dem globalen bildgebenden Kunstmarkt zu den beliebtesten europäischen Reisezielen gibt. Wie gut, dass es die Kunstphilosophin
Eva Degenhardt mit ihren Begleittexten ermöglicht, die unendliche Tiefe und Wissensfülle der Collposings von Wolfgang Neisser zu entschlüsseln.